Es war lange ruhig auf meinem Blog, da ich im Moment mit etwas Fieber im Bett liege habe ich Zeit wieder einmal einige Gedanken auf diesem Weg, in die Welt zu entlassen.
Vielleicht kennst du den Song All I Need Is You (Lord), ich möchte bei dieser Aussage mal ein Fragezeichen machen. Ist Gott wirklich das einzige was ich als Mensch brauche? Oder anders gefragt ist ein Mensch mit Gott autark, unabhängig von allem anderen?
Was sagt die Wissenschaft dazu? Neue Forschungen in der Biologie und der Neurowissenschaften zeigen, dass der Mensch für Beziehungen, das Gefühl dazu zu gehören gebaut ist. Er braucht das. Beziehungen formen unsere Erfahrungen und unsere Biologie. Sie beeinflussen unser wie unser Hirn funktioniert und sich entwickelt. Das macht die Gefahren von fehlenden Beziehungen viel realer und gefährlicher. Sie sind definitiv nicht mehr nur Gegenstand der „gspürsch mi“ Wissenschaften sonder Fakten der Neurowissenschaften.
Der Wissenschaftskritiker wird jetzt vermutlich dagegen ins Feld führen, dass er eine Beziehung mit Gott hat und dass diese für die Wissenschaft nicht Gegenstand der Forschung war. Das die Neurowissenschaften sich nicht mit Gottesbeziehungen und wie man die messen kann befasst haben stimmt vermutlich. Deshalb werfen wir hier mal einen Blick in die Bibel. Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. 1. Mose 2,18
Nach dem alles was Gott geschaffen hatte gut war ist da etwas nicht gut und zwar das der Mensch alleine ist. Gott macht diese Aussage zu einem Zeitpunkt als noch keine Sünde die Beziehung zwischen ihm und dem Menschen beeinträchtigte, die beiden hatten eine perfekte Beziehung wie sie heute niemand mehr haben kann und trotzdem war es so nicht gut. Der Mensch braucht Hilfe, er ist auf sich alleine gestellt nicht genug. Und wie sich später in der Geschichte zeigt ist nur ein anderer Mensch eine Hilfe die ihm entspricht. Also ist auch aus biblischer Sicht, Gott nicht das einzige das der Mensch braucht. Und für alle die einem gerne das Wort im Mund verdrehen, ich habe mit keinem Wort gesagt der der Mensch Gott nicht braucht.
Das ist die Grundlage auf die ich aufbauen möchte. Ich glaube es ist in unserer Gesellschaft sehr schwer geworden echt Beziehungen zu finden. Ganz bestimmt für die, die die eine passende Hilfe noch nicht gefunden haben. Zum einen ist es heute nicht In Hilfe zu brauchen. Es wird von uns erwartet, dass wir alles im Griff haben, dass wir in uns genug sind, wer Hilfe braucht ist schwach und hat keinen Platz in der Leistungsgesellschaft. Die meisten helfen selber gerne aber Hilfe braucht niemand. Dabei, kann ich wirklich helfen wenn ich nie Hilfe erfahren habe, kann ich von ganzen Herzen geben wenn ich nie von ganzem Herzen empfangen habe? Ich brauche jedenfalls Hilfe, mehr als mir manchmal lieb ist und ja ich habe manchmal Probleme das zuzugeben und diese Hilfe auch anzunehmen.
Zum anderen haben wir heute ein seltsames Bild von Beziehungen. Technologie kann Beziehungen nicht ersetzen. Egal wie viele Menschen wir Adressbuch oder wie viele Freunde wir in Facebook haben das sind so noch keine echten Beziehungen. Zudem haben wir das dazugehören oft mit dem dazu passen vertauscht. Wir lernen wie wir dazu passen können und verhalten uns so wie es erwartet wird und glauben, dass wir so dazu gehören, dabei passen wir nur dazu. Und eigentlich bin nicht ich es der dazu passt sondern das ich das gelernt hat dazu zupassen. Brené Brown beschreibt Authentizität, also das wir sind wer wir wirklich sind, als Voraussetzung für echte Zugehörigkeit. Wir können nur wirklich dazugehören wenn wir sind wer wir wirklich sind ob wir passen oder nicht ist nicht wichtig. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen nicht damit umgehen konnten wenn ich ihnen gegenüber authentisch war, wenn ich meine echten existenziellen Wünsche und Hilfsbedürftigkeit gezeigt habe dann wurde es still oder wenn ich auf die Frage wie es geht mal nicht mit einer der erwarteten Antworten antwortet dann wird man in Zukunft einfach nicht mehr gefragt. Wenn ich das von mir erwartete und passende Bild nicht mehr abliefern wollte oder konnte habe ich nicht mehr gepasst. Heisst das, dass ich nie wirklich dazugehört habe sondern nur gepasst habe? Wenn wir ehrlich sind ist es einfach Christ sein zu lernen, ich kann lernen wann ich was sagen muss, wie ich es sagen muss und all das was dazugehört damit ich passe. Bauen wir wirklich eine Gemeinschaft in der man dazu gehören kann oder müssen wir passen? Sind wir nicht anders wie unsere aktuelle Gesellschaft, mit dem Unterschied das wir Gott brauchen und das auch zugeben, aber sonst sind wir die in sich selbst ausreichenden Superhelden. Vielleicht bist du tatsächlich so, ich bin es nicht, ich brauche Hilfe und andere zu denen ich wirklich dazugehören kann und hoffe andere zu finden die auch dazugehören wollen.